Frankfurt am Main-Zeilsheim

Berichte

09.01.2014

Wer­muts­trop­fen beim Neu­jahrs­emp­fang des Ver­eins­rings Zeils­heim

Vor­sit­zen­der Bernd Bausch­mann ver­ab­schie­det sich

Ja­nu­ar, der Mo­nat der Neu­jahrs­emp­fän­ge in der Ci­ty und in den Stadt­tei­len, be­deu­tet meist die Fort­set­zung von er­folg­reich be­gan­ge­nen We­gen mit en­ga­gier­ten Men­schen an der Spit­ze. Nicht so in Zeils­heim, wie beim Neu­jahrs­emp­fang des ört­li­chen Ver­eins­rings zu er­fah­ren war. In dem west­lichs­ten Stadt­teil gibt es gleich zwei per­so­nel­le Ver­än­de­run­gen, die ei­nen Neu­an­fang be­deu­ten: CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Al­fons Ger­ling (69) schei­det nach 27 Jah­ren aus dem Hes­si­schen Land­tag aus und ver­ab­schie­de­te sich in die­ser Funk­ti­on of­fi­ziell am 12. Ja­nu­ar 2014 von Weg­ge­fähr­ten und Mit­bür­gern in der Zeils­hei­mer Stadt­hal­le. Die zwei­te per­so­nel­le Ver­än­de­rung ist der Wech­sel an der Spit­ze des Zeils­hei­mer Ver­eins­rings. Vor­sit­zen­der Bernd Bausch­mann (34) kün­dig­te beim Neu­jahrs­emp­fang an, dass er nach nun­mehr neun Jah­ren bei der im März an­ste­hen­den Jah­res­haupt­ver­samm­lung für den Vor­sitz des Ver­eins­rings aus pri­va­ten und be­ruf­li­chen Grün­den nicht mehr kan­di­die­ren wird. „Nach neun Jah­ren ist das bei wei­tem kei­ne Be­son­der­heit“, mein­te Bausch­mann, „aber es ist doch ein Ein­schnitt.“

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Bernd Bauschmann bei seiner Ansprache

In sei­ner Neu­jahrs­an­spra­che nann­te Bausch­mann ei­ni­ge Grün­de, wa­rum 2013 für die Ver­eins­ar­beit im Ver­eins­ring kein an­ge­neh­mes Jahr ge­we­sen ist, u.a. Ver­än­de­run­gen im Vor­stand und im­mer we­ni­ger Un­ter­stüt­zung für die ge­mein­sa­me Ar­beit. Der ge­rin­ger wer­den­de Zu­sam­men­halt sei ein ge­sell­schaft­li­cher Trend, der im­mer deut­li­cher zu Tage kommt. „Jun­ge Men­schen kön­nen sich nicht vor­stel­len, wie viel Zeit für ein Eh­ren­amt zu op­fern ist, da­mit bleibt im­mer mehr Ar­beit an den we­ni­ger wer­den­den, äl­te­ren Vor­stands­mit­glie­dern hän­gen.“ Die Ar­beits­markt-Si­tua­ti­on sei an­ge­spannt. Pre­kä­re Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se und im­mer fle­xi­ble­re Ar­beits­zei­ten zu Las­ten der Frei­zeit sei­en auch Schuld am Rück­gang des Eh­ren­amtes.

Mit Freu­de er­in­ner­te er an das im ver­gan­ge­nen Jahr ge­fei­er­te Frosch­brun­nen­fest, bei dem dank des Ein­sat­zes des Quar­tiers­ma­na­gers der Tau­nus­blick-Sied­lung ei­ne gro­ße Spiel­zo­ne für Kin­der ein­ge­rich­tet wer­den konn­te. Als wei­te­re be­lieb­te Ver­an­stal­tung nann­te er den Zeils­hei­mer Nach­mit­tag, Frank­furts größ­te Se­nio­ren-Saal­ver­an­stal­tung, und den nach zwei­jäh­ri­ger Pause wie­der statt­ge­fun­de­nen Weih­nachts­markt. Dank der Spen­de der Pie­tät Schulz konn­te der Christ­baum be­leuch­tet wer­den und dem Platz rund um die Stadt­hal­le weih­nacht­li­chen Glanz ver­leihen.

Er­in­nert wur­de an Ver­eins­ju­bi­lä­en im ver­gan­ge­nen Jahr: Der Hei­mat- und Ge­schichts­verein 25 Jah­re, die DJK 50 Jah­re Wie­der­grün­dung, die Sied­ler­ge­mein­schaft am Stein­rutsch 75 Jah­re und die Feu­er­wehr 100 Jahre.

Au­ßer den drei gro­ßen Ver­eins­ring­ver­an­stal­tun­gen wird ein Ter­min be­son­ders 2014 auf­grund sei­ner in­ter­na­tio­na­len Be­deu­tung wich­tig wer­den – der Volks­trau­er­tag mit dem Ge­den­ken an 100 Jah­re Be­ginn 1. Welt­krieg, 75 Jah­re Be­ginn 2. Welt­krieg und 25 Jah­re Mau­er­fall. Der Ver­eins­ring wird ei­ne Ge­denk­stun­de aus­rich­ten. Chö­re wer­den sin­gen und Ver­ei­ne mit Ab­ord­nun­gen ver­tre­ten sein. „Es ist ein An­den­ken, das wei­ter auf­recht er­hal­ten wer­den muss“, be­ton­te Bernd Bausch­mann.

Vom Spen­den­kon­zept In­fra­serv Höchst pro­fitieren

2014 sind die Zeils­hei­mer Ver­eine und Or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­ru­fen, sich mit ei­nem Pro­jekt für das Spen­den­kon­zept der In­fra­serv Höchst zu be­wer­ben. En­de Ja­nu­ar en­det die Frist für die 1. Aus­schüt­tung. 75.000 Euro stellt die In­fra­serv für die Stadt­tei­le Zeils­heim, Sind­lin­gen und die Stadt Kels­ter­bach zur Ver­fügung.

Stadt­hal­le Zeils­heim, ein Dau­er­the­ma beim Neu­jahrs­emp­fang

Die Zeils­hei­mer Ver­ei­ne sind die wich­tigs­ten Nut­zer die­ser Hal­le. Und sie al­lein wa­ren das Haupt­ar­gu­ment für den Bau. „Wir sind froh, dass mit der Re­no­vie­rung der Hal­le vor ei­ni­gen Jah­ren hier vie­le Ver­bes­se­run­gen vor­ge­nom­men wur­den“, lob­te Bausch­mann und dank­te Dr. An­dre­as Eich­staedt, dem Haus­herrn al­ler Saal­bau-Ge­bäu­de. Es sei je­doch noch man­ches Kri­tik­wür­di­ge zu er­ör­tern. „Wir wol­len doch bei­de das­sel­be, lie­ber Herr Dr. Eich­staedt, Sie ein aus­ge­buch­tes Haus, das or­dent­lich Ein­nah­men er­zielt und Sie un­se­re Wün­sche da­mit er­fül­len kön­nen. Wir wol­len auch ein vol­les Haus, aber mit we­ni­ger res­trik­ti­ven Ein­schränkungen.“

Pro­ble­ma­ti­sches Um­feld der Stadt­halle

Drin­gen­den Hand­lungs­be­darf für ein si­che­res Um­feld der Stadt­hal­le for­dern de­ren Nut­zer. Zur Er­hö­hung des Si­cher­heits­emp­fin­dens hat die Saal­bau be­reits von sich aus ei­nen Wach­schutz en­ga­giert, der die Nut­zer und das Ge­bäu­de vor Pö­be­lei­en und An­grif­fen schüt­zen soll.

Gra­vie­ren­de Vor­fäl­le wa­ren An­grif­fe auf den Wirt in der Lounge, Ein­brü­che in die Stadt­hal­le. Brand­stif­tun­gen im Park, Über­fäl­le, Dro­gen­deals und nächt­li­che Ran­dale. „Wir wol­len hier si­cher abends nach der Ver­an­stal­tung nach Hause ge­hen und kei­ne Angst ha­ben“, sag­te Bausch­mann und schil­der­te wei­ter: „Es kann nicht sein, dass jun­ge Übungs­lei­ter­in­nen vom Wach­schutz oder dem Haus­meis­ter bis zum Auto be­glei­tet wer­den. Es kann auch nicht sein, dass das Park­deck abends nicht mehr ab­ge­sperrt wird, weil dort die Ran­da­lie­rer rum­hängen.“

Ab­schlie­ßend räum­te der Ver­eins­ring­vor­sit­zen­de ein, dass er ge­wiss nicht im­mer dip­lo­ma­tisch in sei­nen Neu­jahrs­an­spra­chen ge­gen­über Dr. Eich­staedt auf­ge­tre­ten ist und dank­te ihm, dass er trotz­dem im­mer wie­der zum Neuj­ahrs­emp­fang kam. Mit leich­ter Iro­nie be­teu­er­te Bausch­mann dann, dass er solch har­te Wor­te zu­künf­tig nicht mehr an­brin­gen wird, was auf­grund sei­nes Rück­zu­ges auch leicht ein­zu­hal­ten sein wird.

Dann ap­pel­lier­te Bausch­mann an die Ver­eins­ver­tre­ter, sich in ih­rem Ver­ein um­zu­schau­en, wer die of­fe­nen Vor­stands­po­si­tio­nen be­set­zen kann. Denn zu be­set­zen sind al­le Po­si­tio­nen mit Aus­na­hme des Schatz­meis­ters und Ge­schäfts­füh­rers. Horst Mel­chi­or und Claus Thrun wol­len dem neu­en Vor­stand die Un­ter­stüt­zung bie­ten, um ei­nen rei­bungs­lo­sen Ein­stieg zu er­halten.

Zum Ab­schluss bat Bernd Bausch­mann noch ein­mal um Ver­ständ­nis, dass er im März aus­schei­det. „Ak­tu­ell möch­te ich mei­ner Fa­mi­lie, dem Be­rufs­le­ben und an­de­ren Auf­ga­ben mehr Zeit wid­men.“ Er rech­ne­te vor, das er um­ge­rech­net zwei Stun­den täg­lich für das Amt auf­brin­gen muss­te. Wie es sich für ei­nen Ab­schied ge­hört, be­dank­te sich Bausch­mann auch bei al­len Weg­ge­fähr­ten. Aus­drück­lich er­wähn­te er Al­fons Ger­ling, der ihm die Chance er­mög­licht hat­te, so­wie seine Vor­stands­kol­le­gen Horst Mel­chi­or und Rolf Wüst, die in den neun Jah­ren Un­ter­stüt­zung boten.

Zeils­hei­mer Ver­eins­leben

Dr. An­dre­as Eich­staedt sag­te, dass er all­jähr­lich mit Freu­de am Neu­jahrs­emp­fang des Zeils­hei­mer Ver­eins­rings teil­ge­nom­men hat. Er zeig­te viel Ver­ständ­nis für die Wün­sche der Stadt­hal­len­nut­zer und ver­sprach in dem Zu­sam­men­hang die In­stand­set­zung der Du­schen im Trai­nings­be­reich. Die jähr­li­chen For­de­run­gen des Ver­eins­rings neh­me er stets sehr ernst, sie wa­ren für ihn das Salz in der Sup­pe die­ser Ver­an­stal­tung. Er lob­te das in­tak­te Ver­eins­le­ben in Zeils­heim, denn „Ver­ei­ne er­fül­len so­zia­le Auf­ga­ben“ und so­mit auch die Stadt­hal­le. Vie­le Kri­tik­punk­te könn­te die Saal­bau nur auf­neh­men und an die Mut­ter­ge­sell­schaft ABG Hol­ding wei­ter geben.

Dank an Spon­so­ren und Ver­eins­un­ter­stützer

Der Neu­jahrs­emp­fang ist der ge­eig­ne­te Zeit­punkt, für die ge­leis­te­te Ar­beit al­len eh­ren­amt­lich tä­ti­gen Zeils­hei­mern zu dan­ken und die Spon­so­ren zu lo­ben. Das tat Bernd Bausch­mann auch in sei­ner An­spra­che. Schließ­lich ist der har­mo­nisch ver­lau­fe­ne Neu­jahrs­emp­fang auch ein Dan­ke­schön des Ver­eins­rings Zeils­heim für das so­zia­le und ge­sell­schaft­li­che Wir­ken der vie­len Eh­ren­amt­li­chen und Man­dats­trä­ger, die an die­sem Abend ge­kom­men wa­ren. „Dies ist mein letz­ter of­fi­zi­el­ler öf­fent­li­cher Auf­tritt als Ver­eins­ring­vor­sit­zen­der“, kün­dig­te Bernd Bausch­mann an. „Doch ich blei­be Ih­nen als Orts­bei­rat noch zwei Jah­re en­ga­giert er­halten.

Nach dem of­fi­zi­el­len Teil konn­ten sich die Gäs­te am Buf­fet der in der Stadt­hal­le in­te­grier­ten Ma­jes­tic Lounge zu vie­len Ge­sprä­chen tref­fen. Das Res­tau­rant hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr er­öff­net und nach ei­nem neu­en Kon­zept nun auch zu rus­ti­ka­lem Am­bi­en­te ge­fun­den. Wich­tig sind in Zeils­heim im­mer Fri­ka­del­len, die Leib­spei­se des Eh­ren­vor­sit­zen­den Al­fons Gerling.

Quelle: www.frankfurt-live.com