Frankfurt am Main-Zeilsheim

Fotos & Eindrücke

Liebe Besucher unserer Internetseite, wir möchten Sie gerne zu einem kleinen Rundgang durch unseren Ort einladen. Auf der unten stehenden Karte sehen Sie die Route, die wir für den Rundgang gewählt haben. Die Siedlungen, die wir bei diesem Rundgang besuchen, sind in einem Text erklärt und mit Fotos illustriert. Um sich ein Bild vergrößert anzusehen, klicken Sie bitte auf das entsprechende Vorschaubild.

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Route des Ortrundgangs

Wir be­ginnen unseren Orts­rund­gang an der Stelle, wo sich bis zum Ab­bruch des alten Orts­berings 1816/17 die Ober­pforte des Zeils­heimer Ortes befand. Hier stehen, am An­fang der Pfaffen­wiese, das Zeils­heimer Heimat­museum und die Michaels­kapelle.

Das Heimat­museum ist im alten Spritzen­haus, das 1843 erbaut wurde, unter­ge­bracht. Das Museum ge­hört dem Zeils­heimer Heimat- und Ge­schichts­verein, der das Ge­bäude 1992 von der Stadt Frank­furt an­mietete und re­no­vierte. Durch Spenden und Erlöse seiner Schriften gelang es dem Verein, das Gebäude 1995 zu kaufen und damit in den Vereins­besitz zu über­führen.

Die Michaels­kapelle ist das älteste sakrale Ge­bäude des Ortes. Sie wurde 1736 von Zeils­heimer Bürgern er­richtet, um, wie es der Zeils­heimer Heimat­forscher Jakob Christ (*1895, +1969) zum 200. Jahres­tag schrieb:

„[...] des Aller­höch­sten Segen auf Haus, Hof und Feld zu er­flehen, um Pest, Hunger und Krieg ab­zu­wehren, um für Hilfe in schwerer Not zu danken [...].”

Bei ihrer Er­richtung stand die Kapelle direkt vor den Toren des Ortes und war weithin sichtbar. Selbst als ihr 200. Jahres­tag ge­feiert wurde, lag die Kapelle noch immer außer­halb des Ortes, obwohl der Orts­bering bereits 120 Jahre zuvor ab­ge­brochen wurde. Heute jedoch liegt sie direkt an der Gabelung der beiden Haupt­ver­kehrs­straßen nach Höchst und Sindlingen.

Von der Michaels­kapelle aus gehen wir die Straße Alt-Zeils­heim, die alte Haupt­straße des Ortes, hin­unter. Wir be­finden uns jetzt im alten Orts­kern. Wo heute das Gast­haus „Die Rose“ steht und die Welsch­graben­straße in Alt-Zeils­heim ein­mündet, stand früher das Zeils­heimer Rat­haus. Nach der Ein­ge­mein­dung des Ortes nach Höchst im Jahre 1917, wurde das Haus nicht mehr als Gemeinde­haus benötigt und, da es in einem sehr schlechten Zu­stand war, 1930 ab­ge­brochen.

Vor der Gast­stätte „Die Rose“ halten wir uns rechts und gehen die Welsch­graben­straße hin­unter. Kurz hinter der Ein­mün­dung der Bartho­lo­mäus­gasse, steht auf der rechten Seite ein kleiner Brunnen mit einem Frosch. Hier und an der Stelle des gesamten Frosch­brunnen­platzes befand sich früher der Lösch­teich. In diesem Teich lebten seiner­zeit sehr viele Frösche. Wie be­richtet wird, haben diese so laut gequakt, dass Reisende sie schon von weitem hören konnten und den Zeils­heimern des­wegen den Spitz­namen „Die Frösch“ gaben. Daher ist der Frosch auch heute noch in vielen Vereins­wappen oder eben als Figur auf dem Frosch­brunnen zu sehen.Hinter dem Frosch­brunnen­platz, an der Stelle, an der sich frü­her der Lösch­teich be­fand, steht heute passen­der­weise das Feuer­wehr-Geräte­haus der Frei­willigen Feuer­wehr Zeils­heim. Es wurde 1988 bis 1989 als Nach­folger des 1965 er­rich­te­ten alten Geräte­hauses gebaut, das mitterweile zu klein geworden war.

Auf den Frosch­brunnen­platz mündet auch ein kleiner Stichweg, von den Zeils­heimern kurz „Stichel“ genannt. Dieser Weg ist ent­standen, nachdem der Hain­graben 1816 ein­ge­ebnet wurde. Er folgt genau einem Teil­stück der alten Orts­be­festigung. Man kann an dieser Stelle noch sehr genau erkennen, wo der alte Orts­kern endete. Die Grenze verlief genau durch den „Stichel“, quer über den Frosch­brunnen­platz und die Welsch­graben­straße, hinüber zur Kloster­hof­straße, die hier aller­dings auch nur ein enger Stich­weg ist.

Vom Frosch­brunnen­platz aus führt uns der Weg weiter in die Bartho­lo­mäus­gasse. Leider sind auch hier, wie eigent­lich in ganz Zeils­heim, fast alle alten Ge­bäude auf Grund ihrer Bau­fällig­keit ab­ge­rissen und an deren Stelle neue Häuser er­richtet worden.

An der Ecke der Bartho­lo­mäus­gasse, nicht un­weit der Katho­li­schen Pfarr­kirche St. Bartho­lo­mäus liegt der „Alte Fried­hof“. Seit 1951 be­findet sich hier ein Kinder­spiel­platz, doch die alte Fried­hofs­kapelle zeugt noch von der Ver­gangen­heit dieses Ortes, der von 1820 bis 1912 als Fried­hof von Zeils­heim ge­nutzt wurde.

Von hier aus gehen wir weiter bis Ein­mün­dung in die Straße Alt-Zeils­heim. Hier steht auf der rechten Seite die 1818/1819 in klassi­zis­ti­schem Bau­stil er­richtete Katho­li­sche Pfarr­kirche St. Bartho­lo­mäus, die 1932 um ein Lang­schiff und 1957 um einen Kirch­turm er­weitert wurde.

Ihr gegen­über auf der linken Seite der Bartho­lo­mäus­gasse stehen ein kleiner Bauern­hof, ein Fach­werk­haus und da­neben ein weiteres Ge­bäude, die zu­sammen als die Keim­zelle Zeils­heims gelten. Wie durch ver­schie­dene Ur­kunden und Schrift­doku­mente belegt ist, stand an dieser Stelle der frän­kische Frei- oder Herre­nhof, der wahr­schein­lich einem frän­kischen Edel­mann Namens Ciolf gehörte und der dem Ort seinen Namen gab: Ciolfesheim.

Wir ver­lassen den alten Orts­kern über die Straße Alt-Zeils­heim und kommen zur Ein­mün­dung des Kol­ber­ger Weges. Hier stand früher, bis zu deren Ab­riss 1816, die Unter­pforte des Zeils­heimer Orts­berings. Von hier aus hat man noch einmal einen schönen Blick auf den alten Orts­kern mit den noch exis­tie­ren­den Bauern­höfen Zeilsheims.

Einige Meter weiter steht auf der rechten Seite die Käthe-Koll­witz-Schule. Das alte Schul­ge­bäude wurde 1901 von den Farb­werken Hoechst er­richtet, weil durch die Er­wei­te­rung des Dorfes mit der Arbeiter­kolonie der Farb­werke das da­mals noch stehende Schul­gebäude (direkt gegen­über der Pfarr­kirche St. Bartho­lo­mäus) zu klein ge­worden war. Die neueren Ge­bäude der Käthe-Koll­witz-Schule ent­standen nach dem 2. Welt­krieg, als der Ort noch ein­mal eine große Zu­wan­de­rung durch die Flücht­linge aus den Ost­ge­bieten zu ver­zeichnen hatte.

Um die Schule herum­gehend biegen wir rechts in den Franken­thaler Weg ein und gehen weiter durch die Kloster­hof­straße und den Co­bur­ger Weg in die Stein­rutsch­sied­lung. Die Stein­rutsch­sied­lung wurde 1938 in Eigen­ini­tia­tive mit Unter­stützung der Hoechst AG auf 800 - 1000 m² großen Par­zellen ent­lang des Welsch­grabens er­baut. Ins­gesamt ent­standen hier 30 kleine Häuser, deren Er­rich­tung 5.500 Reichs­mark kostete und zu denen jeder Siedler 1.700 Mark auf­bringen musste; bei einem Wochen­ver­dienst von nur 30 Reichs­mark kein ge­ringer Be­trag. Die Siedler er­hielten da­mals die Auf­lage, Klein­tiere zu halten und einen großen Nutz­garten zu be­stellen, eine Auf­lage, die sich in den schlech­ten Jahren des Krieges und der Nach­kriegs­zeit als Vor­teil er­weisen sollte, da man prak­tisch Selbst­ver­sorger war.

Wir fol­gen dem Stein­rutsch weiter bis zum Bitter­felder Weg, durch den Bitter­felder Weg zurück in die Kloster­hof­straße und von hier aus weiter durch den Arn­städter Weg bis zur West­höchster Straße. Wir über­queren die West­höchster Straße und kommen in die Anna­berg­straße. Die Sied­lung die im Be­reich der Anna­berg­straße, Bechten­wald­straße, Katzen­stirn und dem Apol­daer Weg liegt heißt „Märchen­sied­lung“. Sie ent­stand, als Werks­wohnungs­sied­lung der Hoechst AG, zwischen 1954 und 1976 im Zuge der großen Er­weite­rungen nach dem 2. Welt­krieg.

Von der Anna­berg­straße aus gehen wir durch Neu-Zeils­heim und den Apol­daer Weg über die Katzen­stirn in den Co­bur­ger Weg. Hier schließt sich direkt an die Märchen­sied­lung die „Neue Kolonie“ an. Sie be­steht aus kleinen 2-Familien­häusern, die um 1920 von den Farb­werken Hoechst AG als Wohnungen für die Arbeiter des nahe ge­legenen Industrie­unter­nehmens gebaut wurden. Die Häuser unter­schei­den sich in ihrer Bau­art und den Grund­stücks­zu­schnitten er­heb­lich von den Häusern in der „Kolonie“, die ca. 25 Jahre zu­vor er­baut wurden.

Durch den Co­bur­ger Weg weiter­gehend kommen wir zurück auf Neu-Zeils­heim. Wir folgen der Straße weiter in Richtung Pfaffen­wiese. An der Kreuzung mit dem Franken­thaler Weg steht auf der linken Seite die 1912 erbaute evan­ge­lische Kirche. Die Häuser, die hier zu allen Seiten der Kirche stehen ge­hören alle­samt zur „Kolonie“, die Ende des 19. Jahr­hun­derts von den Farb­werken Hoechst er­baut wurde. Diese Arbeiter­sied­lung ist in ganz Frank­furt ein­zig­artig und steht daher auch unter Denk­mal­schutz. Mit dem Bau der „Kolonie“ hatte Zeils­heim seine erste wirk­liche Orts­er­weite­rung er­fahren und aus dem ur­sprüng­lich rein katho­li­schen Dorf wurde ein ge­mischt evan­ge­lisch-katho­li­scher Ort.

Wir fol­gen der Straße Neu-Zeils­heim bis zur Kreu­zung mit der Pfaffen­wiese. Hier mün­det schräg gegen­über auch der Pflugs­pfad in die Pfaffen­wiese ein. Die Sied­lung die hier im Bereich zwischen Pflugs­pfad, Pfaffen­wiese und Kegel­bahn steht, heißt „Heller­hof­sied­lung“. Die ur­sprüng­liche Sied­lung wurde 1932 er­richtet, doch wurden die meisten Häuser wegen Bau­fällig­keit Mitte der 90er Jahre ab­ge­rissen und statt­dessen neue moderne Häuser errichtet. Ledig­lich auf der Pfaffen­wiese blieben einige Häuser, die in Privat­besitz über­ge­gangen waren, erhalten.

Von der „Heller­hof­sied­lung“ gehen wir weiter auf der Pfaffen­wiese bis zur Ein­mün­dung des Kol­ber­ger Wegs und der Bechten­wald­straße. Von hier aus sieht man die in Frank­furt eben­falls ein­zig­artige Kastanien­allee auf der Pfaffen­wiese, die die Straße zu beiden Seiten säumt. Die Allee ent­stand vor über 100 Jahren als Ver­bin­dung zwischen Zeils­heim und dem be­nach­barten Höchst bzw. den Farb­werken und blieb auch er­halten als der Ort in Rich­tung Höchst er­weitert wurde.

Von hier aus biegen wir in die Bechten­wald­straße ein und kommen zur Stadt­halle Zeils­heim. Das Zeils­heimer Bürger­haus wurde 1982 ein­ge­weiht. Die Halle ist als Mehr­zweck­halle ge­baut worden. In ihr können sowohl Sport- als auch Kultur­ver­an­stal­tungen ab­ge­halten werden. Außer­dem ver­fügt sie über eine Gast­stätte, diverse Tagungs­räume, einen Schieß­stand, eine Kegel­bahn, einen Kraft­raum und ver­schie­dene weitere Sport­räume.

Hinter der Stadt­halle kommen wir in den Zeils­heimer Park. Auf dem Ge­lände des Parks befand sich während des 2. Welt­kriegs das „Stein­baracken­lager“ für Kriegs­ge­fangene und Zwangs­arbeiter, und nach dem Krieg wurde hier das größte deutsche Lager für „Dis­placed Persons“ (DP), Juden, die hier auf ihre Aus­reise warteten, er­richtet. Eine Gedenk­tafel im Park er­innert noch heute an diese Zeit.

Wir gehen durch den Park hin­durch und kommen in die Taunus­blick-Sied­lung, die in der Zeit von 1958 bis 1962 von den Nassau­ischen Heim­stätten ge­baut wurde. Hier stehen, in der Lenzen­berg­straße, auch die meisten der ins­gesamt elf in Zeils­heim er­rich­teten Hoch­häuser. Außer diesen sieben Hoch­häusern findet man in Zeils­heim nur drei weitere, eins auf der Pfaffen­wiese am Orts­ausgang Rich­tung Höchst, sowie zwei in der Anna­berg­straße und eins in Neu-Zeils­heim am Orts­rand Richtung Bahn­damm.

Durch die Lenzen­berg­straße gehen wir weiter bis zur 1961 er­rich­teten Adolf-Reich­wein-Schule. Diese zweite Zeils­heimer Schule wurde im Zuge der großen Er­wei­te­rung Zeils­heims nach dem 2. Welt­krieg ge­baut, um den nörd­lich der Pfaffen­wiese wohnen­den Kindern eine eigene Schule zu bieten und so den langen Schul­weg in die alte Schule zu er­sparen. Mit der Er­rich­tung der neuen Schule wurde die alte Schule in Käthe-Koll­witz-Schule um­benannt.

Von der Adolf-Reich­wein-Schule gehen wir weiter in Rich­tung der Kreu­zung Lenzen­berg­straße/Bechten­wald­straße. In der Bechten­wald­straße er­kennt man sehr gut den Kon­trast zwischen der 1938 er­rich­teten Sied­lung im Be­reich zwischen Pfaffen­wiese, Geiers­kopf­weg, Hahn­berg­weg und der süd­lichen Seite der Bechten­wald­straße so­wie der Taunus­blick-Sied­lung auf der nörd­lichen Seite.

Wir gehen, von der Kreu­zung Lenzen­berg­straße/Bechten­wald­straße aus, die Bechten­wald­straße in Rich­tung Osten weiter. Am Ende der Bechten­wald­straße liegt heute die katho­li­sche Kinder­tages­stätte St. Stephan, die 1961 als Ge­meinde­zentrum mit Kinder­garten er­richtet und 1993 reno­viert und er­weitert wurde. Ur­sprüng­lich sollte hier eine eigene Pfarrei ent­stehen, aber der damalige Pfarrer Heinz Wolf inter­ve­nier­te gegen diese Pläne; eine wie sich heute zeigt weise Ent­schei­dung.

Von hier aus gehen wir am Lach­graben ent­lang durch den Rissel­stein­weg und Raben­kopf­weg in die Sied­lung „Frie­de­nau“, die 1950 bis 1952, er­richtet wurde. Die Sied­lung ent­stand durch Eigen­ini­tia­tive der Be­wohner und Unter­stüt­zung der evan­ge­lischen Ge­meinde Sind­lingen. Die Be­wohner waren größten­teils Kriegs­ge­fangene und Ver­trie­bene aus den ehe­ma­ligen Ost­ge­bieten, die durch den Krieg ihre Heimat ver­loren hatten. Der Bau der Sied­lung wurde von der evan­ge­lischen Ge­meinde in Sind­lingen vor­an­ge­trieben, um diesen Menschen eine neue Heimat zu geben. Die Suche nach einem ge­eig­neten Bau­platz er­wies sich als äußerst schwierig, doch konnte letzt­end­lich mit dem an Zeils­heim an­gren­zenden freien Feld zwischen Pfaffen­wiese und Lach­graben ein ge­eig­neter Bau­platz ge­funden werden. Die Sied­lung liegt daher auch auf Sind­linger Ge­markung, zählt je­doch ver­waltungs­mäßig heute zu Zeils­heim.

Von der Sied­lung „Frie­de­nau“ gehen wir an der Pfaffen­wiese ent­lang zu­rück zur Ein­mün­dung der Lenzen­berg­straße, wo das neue Ge­meinde­zentrum der evan­ge­lischen Ge­meinde steht und wo unser Orts­rund­gang endet.

Zeilsheim - Ein Ort im Grünen

Wie bei unserem Ortsrundgang zu sehen war, ist Zeilsheim ein Ort, der sich viel von seinem ländlichen Flair bewahren konnte, aber dennoch auch Züge einer modernen Großstadtsiedlung besitzt. Der Ort ist geprägt von Tradition und Moderne. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vororten Frankfurts weist Zeilsheim ein abgeschlossenes Siedlungsgebiet auf. Die Bebauung endet wirklich an der Ortsgrenze und geht nicht, wie bei vielen anderen Orten direkt in den nächsten Ort über. Zeilsheim ist von einem Grüngürtel aus Äckern und kleinen Hainen umgeben. Auch im Ort selbst findet man sehr viel Grün, wie z. B. in der Pfaffenwiese, die zu weiten Teilen von einer Kastanienallee gesäumt ist.

Besonders schön sieht man Zeilsheims Lage im Grünen in der Luftbildansicht, wie sie unten stehend zu sehen ist. Jeder wird feststellen, dass Zeilsheim wirklich ein „Ort im Grünen” ist.

Bild zu Text

Luftaufnahme von Zeilsheim aus dem Jahr 2002